Die Zeit der „Trockenübungen“ ist vorbei, nach wochenlangem Training und vielen Testspielen startet die A-Junioren Bundesliga an diesem Wochenende in die Saison 2020/21. In eine allerdings sehr spezielle. Denn Meister und Absteiger werden in einer einfachen Runde, also ohne Rückspiele, ermittelt. Weil nach der abgebrochenen Spielzeit 2019/20 der Abstieg ausgesetzt worden war, bilden erstmals 17 Vereine die West-Staffel.

„Wir nehmen es, wie es kommt. Alle sind froh, dass wir überhaupt wieder trainieren und jetzt um Punkte spielen dürfen“, betont Cheftrainer Mike Tullberg angesichts der weiterhin schwierigen und nach wie vor von der Corona-Pandemie bestimmten Situation. Zum Auftakt gastieren die Schwarzgelben Sonntag bei Preußen Münster (Anstoß 11 Uhr im Preußen-Stadion, Am Berg Fidel 51).

„Münster ist deutlich besser als im vergangenen Jahr. Eine robuste Truppe, die über Größe und Zweikampfstärke kommt“, warnt Tullberg vor einem schon in der Vergangenheit gerade zu Hause höchst unangenehmen Gegner, der Sonntag und in den nächsten Wochen auf den Ex-Borussen Hafani Bouraima verzichten muss, der sich beim letzten 1:0-Sieg gegen Hannover 96 eine Knöchelfraktur zugezogen hat. „Ergebnistechnisch haben wir das in der Vorbereitung sehr gut gemacht“, sagt Preußen-Trainer Arne Barez, der sein Team im Eröffnungsspiel dennoch als krassen Außenseiter sieht: „Es kann gut sein, dass wir gegen den künftigen Deutschen Meister spielen werden. Eigentlich gibt es da nichts zu holen für uns.“

Keine großen personellen Veränderungen

Das sieht Mike Tullberg natürlich anders. Er bereitet seine Jungs seriös und gezielt auf den Kontrahenten vor. Personell steht ihm der gleiche Kader wie vor einer Woche beim 7:0 in Clarholz zur Verfügung. Julius Rauch laboriert immer noch an den Folgen seiner Verletzung und erlitt gerade erst wieder einen leichten Rückschlag. Ob und wann Ansgar Knauff in der U19 eingesetzt werden soll, entscheidet sich von Woche zu Woche. Klar ist, dass Youssoufa Moukoko zumindest bis zu seinem 16. Geburtstag am 20. November in Tullbergs Mannschaft auf Torejagd gehen wird.

„Ich will den maximalen Erfolg und jedes Spiel gewinnen“, beschreibt der Cheftrainer seine Saison-Erwartungen. Zwar stellt er die individuelle Weiterentwicklung der Spieler in den Vordergrund, „doch Ausbildung und mannschaftliches Ergebnis lassen sich gut miteinander verbinden,“ so Tullberg. Die Konkurrenzsituation in der Liga interessiert ihn nur am Rande. „Wir legen den Fokus auf uns und unsere eigene Leistung“, versichert er und ergänzt: „Unsere jungen Spieler befinden sich auf einem guten Weg.“ Was sie in den Testspielen bewiesen haben, in denen lediglich die zweite Halbzeit gegen Mainz 05 (1:3) aus dem Rahmen gefallen ist.

Der BVB gehört wie üblich zu den Top-Favoriten in der Bundesliga West. Der weitere Kandidatenkreis für die beiden ersten Tabellenplätze, die zur Teilnahme an der Endrunde zur Deutschen Meisterschaft berechtigen, beginnt beim letztjährigen Staffelsieger 1. FC Köln, setzt sich fort über Borussia Mönchengladbach, den personell aufgerüsteten FC Schalke 04, den wie immer starken VfL Bochum und endet vermutlich schon bei Bayer Leverkusen. Im Top-Spiel des ersten Bundesliga-Wochenendes treffen Schalke 04 und der 1. FC Köln aufeinander.

Borussias mögliche Aufstellung in Münster: Klußmann – Semic, Collins, Thaqi, Kuffour – Amedick. Gürpüz – Hetemi, Lütke-Frie, El-Zein (Bamba) – Moukoko.

Wilfried Wittke