Das war spektakulär und die richtige Einstimmung auf das erste Pflichtspiel der Saison, die erste Runde im DFB-Pokal am kommenden Sonntag bei Viktoria Berlin: Unsere U19 triumphierte beim hoch gehandelten Nachwuchs des SV Bayer Leverkusen mit 5:3 und qualifizierte sich damit für das Halbfinale im NRW-Liga-Pokal, das am 5. September ausgetragen werden soll. Gegner ist RW Essen.

„Das war ein tolles Fußballspiel gegen eine richtig gute Mannschaft,“ resümierte ein zufriedener Mike Tullberg, der zwar noch die eine oder andere Unachtsamkeit bemängelte, auch mit den drei Gegentoren haderte, doch insgesamt feststellte: „Wir werden besser und besser. Dieses Spiel hat die Jungs weitergebracht.“

Tullberg hatte sich für ein 4-4-2-System entschieden, um zu testen, „ob wir mit zwei Stürmern auch gegen eine spielstarke Mannschaft wie Leverkusen bestehen und anlaufen können.“ Unter dem Strich urteilte er: „Die Jungs haben die Aufgaben gut gelöst, Intensität reingebracht und mit dem Ball Umschaltsituationen brutal gut herausgespielt.“

Tatsächlich jagte im Ulrich-Haberland-Stadion ein Höhepunkt den nächsten. Es ging los mit der ersten Großchance durch Colin Kleine-Bekel (4.), kurz darauf schon die 1:0-Führung durch eine feine Aktion von Dennis Lütke-Frie, der Samuel Bambas Vorarbeit mit einem sehenswerten Treffer abschloss. Dann waren die Gastgeber an der Reihe, die einen Fehler von Vasco Walz in der Vorwärtsbewegung mit dem 1:1 durch Emrehan Gedikli bestraften (9.). Gedikli hatte übrigens im November 2020 sein Profidebüt bei Bayer 04 in der Bundesliga gefeiert.

Bamba vollstreckte und bereitete vor

In der 19. Minute stand Bradley Fink im Blickpunkt. Zunächst kratzte ein Leverkusener den Ball von der Linie, dann staubte er locker zum 2:1 ab. Doch Bayer antwortete prompt auf diesen Rückstand: Emrehan Gedikli gelang ein Sonntagsschuss am Sonntagmittag in den Winkel – keine Abwehrchance für Marian Kirsch. „Das war insgesamt nicht gut verteidigt. In der Anfangsphase hatten wir etwas Probleme, die richtigen Räume zu finden, danach wurde es deutlich besser“, so Mike Tullberg.

Die Dortmunder Jungs schüttelten sich einen Moment – und weiter ging es in Richtung Leverkusen-Strafraum. Keine 120 Sekunden später bewies Samuel Bamba nach feiner Hereingabe von Tom Rothe auch Vollstrecker-Qualitäten. Das 4:2 durch Bradley Fink wiederum bereitete er nach sehenswerter Kombination über Göktan Gürpüz und Lion Semic vor.

Gürpüz erlitt Platzwunde am Kopf

In Durchgang zwei ging es weniger turbulent zu. Nach einer Flanke von Tom Rothe verhinderte Bayer-Schlussmann Roy Steur mit Mühe und Not ein Eigentor (52.), Rothe und Göktan Gürpüz vergaben zwei dicke Chancen (67./76.), aber die Nachspielzeit hatte es noch einmal in sich. Zunächst erhöhte Bradley Fink nach einem tollen Sololauf des eingewechselten Isaak Nwachukwu auf 5:2, und Sekunden vor dem Abpfiff traf Leverkusens Zukunftshoffnung Zidan Sertdemir zum 5:3-Endstand.

Glück im Unglück für Göktan Gürpüz: In der 80. Minute erlitt er nach einem unglücklichen Zusammenprall mit zwei Leverkusenern eine Verletzung am Kopf. Der-Arzt der Profis von Bayer Leverkusen hat Erste Hilfe geleistet und die tiefe Wunde genäht. „Ich hoffe, dass er nicht so lange ausfällt“, sagt Mike Tullberg, der seine Jungs in dieser Woche gezielt auf das DFB-Pokalspiel bei Viktoria Berlin vorbereiten wird.

BVB: Kirsch – Semic, Cisse, Kleine-Bekel, Rothe -  Lütke-Frie, Gürpüz (82. Gencoglu), Walz, Bamba (70. Nwachukwu)– Fink, Rijkhoff (57. El-Zein)

Wilfried Wittke