Der Start in den DFB-Pokal (4:1 bei Viktoria Berlin) und die Bundesliga (3:0 bei RW Oberhausen) ist geglückt, jetzt bereiten sich die Jungs von Mike Tullberg gezielt auf ihr Auftaktspiel in der UEFA Youth League vor, auf das Duell mit Besiktas Istanbul an diesem Mittwoch um 13 Uhr im Yusuf Ziya Önis-Stadion.

Das Team fliegt gemeinsam mit den Profis in die türkische Metropole, und Mike Tullberg versichert: „Wir alle freuen uns auf diesen Wettbewerb und streben auch auf europäischem Top-Niveau maximalen Erfolg an.“ In der Vergangenheit hat sich die U19 auf internationalem Parkett sportlich eher in Zurückhaltung geübt. In der Saison 2016/17 erreichte das damals von Benjamin Hoffmann betreute Team immerhin das Achtelfinale. Der BVB scheiterte mit 1:4 am FC Barcelona. Vor zwei Jahren war nach einer guten Gruppenphase mit u. a. Siegen gegen Inter Mailand (2:1), FC Barcelona (2:1) und Slavia Prag (5:1) in der Zwischenrunde Endstation bei Derby County (1:3).

Nachdem die UEFA den Wettbewerb in der vergangenen Saison wegen der Pandemie abgesagt hat, wird er jetzt wieder im bekannten Modus ausgetragen. In der Gruppenrunde trifft die U19 - parallel zu den Spielen der Profis – auf Besiktas, Sporting Lissabon und Ajax Amsterdam. Der Tabellenerste qualifiziert sich direkt für das Achtelfinale, der Zweite muss den Umweg über die Zwischenrunde gehen.

Die Youth League indes genießt bei den Verantwortlichen heute einen deutlich höheren Stellenwert als in den ersten Jahren. Man hatte die Youth-League wegen der Mehrbelastung aus nachvollziehbaren Gründen eher als „lästiges Übel“ empfunden. Heute betont Lars Ricken, der Leiter des so erfolgreichen Nachwuchs-Leistungszentrums: „Das ist für unsere Jungs die tolle Gelegenheit, sich mit den besten europäischen Teams zu messen. Ich bin gespannt, wo wir international stehen.“

„Eine in der Offensive gut besetzte Mannschaft“

Mike Tullberg hat sich „über Umwege“ Video-Material über Besiktas beschafft. Weil die Junioren-Meisterschaft in der Türkei erst im Oktober beginnt, war es sehr schwer, im Vorfeld Informationen über den Gegner zu erhalten. „Das ist eine vor allem in der Offensive gut besetzte Mannschaft“, urteilt Tullberg und fügt hinzu: „Wir glauben aber zu wissen, in welchen Bereichen wir sie vor Probleme stellen können.“

Den Bundesliga-Auftakt in Oberhausen hat er abgehakt und mit den Spielern aufgearbeitet. „Mir hat ein wenig die Intensität gefehlt, darüber haben wir auch gesprochen. Aber wichtig war in erster Linie der ungefährdete Sieg bei einem äußerst unangenehmen Gegner“, bemerkt Tullberg. Dass es hier und da hakte, war auch der schwierigen Vorbereitung mit vielen Nationalmannschafts-Abstellungen geschuldet. „Wir suchen aber nicht nach Ausreden“, beschwichtigt Tullberg, der neben den verletzten Nnamdi Collins, Jamie Bynoe-Gittens und Isaak Nwachukwu kurzfristig auch auf Göktan Gürpüz (im Aufgebot der Profis) und Julian Rijkhoff (muskuläre Probleme) hatte verzichten müssen.

Abdoulaye Kamara erstmals im Kader

Seit Sonntag gilt die Aufmerksamkeit komplett dem dritten großen Wettbewerb. 36 Spieler hat der Verein für die Gruppenphase der UEFA Youth League gemeldet, u. a. die Jung-Profis Youssoufa Moukoko und Ansgar Knauff, die bei der letzten 1:3-Niederlage in Derby noch in der Anfangs-Elf standen. Beide sind für Mittwoch allerdings fest bei den Profis eingeplant. Mike Tullberg kann wohl wieder mit Göktan Gürpüz rechnen, zudem steht erstmals Abdoulaye Kamara im Kader. Das 16-jährige Talent kam zuletzt bei der U23 als Einwechselspieler zum Zuge und soll in Istanbul das Mittelfeld der U19 stabilisieren. Aus der U23 ergänzt Abwehrspieler Albin Thaqi das Tullberg-Aufgebot. Fraglich ist weiterhin der Einsatz von Julian Rijkhoff. Nach wie vor fehlen Bynoe-Gittens, Collins und Nwachukwu.

„Wir sind gespannt auf die Vergleiche mit internationalen Top-Mannschaften. Unsere Jungs können davon nur profitieren“, betont Mike Tullberg, der sich einen ähnlich fulminanten Start in diesen Wettbewerb wünscht wie zuvor im DFB-Pokal und in der Bundesliga. 

Wilfried Wittke