Mit einem solch souveränen Auftritt der „zweiten Garnitur“ hatte man nicht unbedingt rechnen können. Deshalb sah sich Mike Tullberg veranlasst, „den Jungs ein Riesen-Lob auszusprechen. Sie haben das wirklich gut gemacht.“ Durch Treffer von Tekin Gencoglu und Bekir El-Zein hat der BVB 2:0 gegen RW Essen auf der Sportanlage „Am Hallo“ gewonnen und sich für das Finale im NRW-Liga-Pokal am 20. November qualifiziert. Gegner ist in Gelsenkirchen der FC Schalke 04, der beim 1. FC Köln mit 2:1 erfolgreich war.

Es gab viele positive Erkenntnisse an diesem sonnigen Oktober-Sonntag. Die wichtigste: Nnamdi Collins ist bereit für die nächsten Aufgaben. „Er hat der Mannschaft sofort Halt gegeben und wird uns in den nächsten Wochen weiterhelfen“, freute sich Tulberg über das Comeback seines Innenverteidigers, der über zwei Monate gefehlt hatte und in Essen nach 45 Minuten von Farouk Cisse abgelöst wurde. Denn nach einer so langen Verletzungspause wollte Tullberg kein unnötiges Risiko eingehen. Dazu brachten sich Michel Ludwig und Jonah Husseck als Alternativen für die vermeintlich „Gesetzten“ ins Gespräch.

„Sie haben sich ein Kompliment verdient“, betonte Tullberg, der erstmals in einem Liga-Pokalspiel auf Abdoulaye Kamara zurückgreifen konnte. Der im Sommer von St. Germain Paris nach Dortmund transferierte Mittelfeldmann soll jetzt bei der U19 Spielpraxis sammeln., nachdem er bei der U23 nicht über Kurzeinsätze hinausgekommen war. In Essen hat er noch keine großen Akzente setzen können. Das wird sich hoffentlich schon am kommenden Samstag in Bielefeld ändern, wenn er eine komplette Trainingswoche absolviert hat.

Silas Ostrzinski pariert Elfmeter

Die Borussen starteten frech und selbstbewusst in die Partie. Bereits in der 2. Minute gelang Tekin Gencoglu ein Tor, das Schiedsrichter Cedric Gottschalk zu aller Überraschung wegen Abseits annullierte. „Das war ein klarer Treffer“, merkte auch Tullberg an. Die größte Chance, die Schwarzgelben in Führung zu schießen, eröffnete sich Ayukayoh Mengot nach einer halben Stunde, aber er vergab überhastet. „Rot-Weiss ist in den ersten 35 Minuten nicht einmal gefährlich in unseren Strafraum gekommen“, lobte Mike Tullberg den in allen Bereichen höchst konzentrierten Auftritt.

Essens Foulelfmeter in der 35. Minute resultierte aus einem langen Ball, den Borussias Defensivreihe offenbar unterschätzt hatte. Den Fehler bügelte indes Silas Ostrzinski aus, der den von Oguzcan Büyükarslan geschossenen Ball parierte. Drei Minuten später belohnte Bekir El-Zein die Bemühungen der Schwarzgelben mit dem überfälligen Führungstreffer. Auch in der zweiten Halbzeit ließen sie kaum gegnerische Möglichkeiten zu. Einen Treffer von Hendry Blank pfiff der Unparteiische erneut wegen angeblicher Abseitsposition ab, und so dauerte es bis zur 69. Minute, ehe Tekin Gencoglu nach Vorarbeit von Jonah Husseck das hochverdiente 2:0 gelang.

„Wir sind in dieser Saison in allen Wettbewerben ungeschlagen, das ist eine prima Leistung“, bilanziert Mike Tullberg, der seinen Kader jetzt auf die nächste Englische Woche vorbereitet. Samstag tritt der BVB in der Bundesliga bei Arminia Bielefeld an, am Dienstag (19. Oktober) steht das Gastspiel in der UEFA Youth League bei Ajax Amsterdam an, und am Sonntag, 24. Oktober, steigt um 11 Uhr im NLZ Brackel das Derby gegen den FC Schalke 04.

Gürpüz und Lütke-Frie siegen beim DFB

Während die Kollegen ins Liga-Pokal-Finale stürmten, feierten Göktan Gürpüz und Dennis Lütke-Frie mit der deutschen U19-Nationalmannschaft beim Vier-Länder-Turnier in der Slowakei nach dem 6:1-Erfolg zum Auftakt gegen die Gastgeber einen 2:1-Erfolg gegen Portugal. Gürpüz, der im ersten Spiel in der Schlussphase eingewechselt worden war, spielte wie Lütke-Frie über die volle Distanz. Julian Rijkhoff war beim 0:2 der niederländischen U17-Auswahl gegen Spanien 70 Minuten im Einsatz, und Bradley Fink wurde beim 4:0-Sieg der Schweizer U19-Nationalmannschaft gegen Bulgarien in der 75. Minute ausgewechselt. Beim 3:3 gegen Kroatien hatte Trainer Bruno Berner dem in den letzten Wochen arg strapazierten Stürmer eine Pause gegönnt.

BVB: Ostrzinski – Husseck, Collins (46. Cisse), Blank (88. Kleine-Bekel), Mrosek – Gencoglu (70. Schiano), Kamara (67. Walz), Ludwig, Dühring, El-Zein (70. Lenninghaus) – Mengot.

Wilfried Wittke