Dieses Spiel wird für unsere U19 die bisher größte Herausforderung in der Saison 21/22. „Das ist eine richtig gute Mannschaft“, sagt Mike Tullberg über Ajax Amsterdam, Gegner in der UEFA Youth League an diesem Dienstag (19. Oktober) im Sportpark De Toekomst in Duivendrecht.

Ajax startete mit einem 1:1 bei Sporting Lissabon und einem 3:1-Sieg gegen Besiktas Istanbul in Europas Junioren-Königsklasse, der BVB ließ einem 3:2-Erfolg bei Besiktas ein 0:0 gegen Sporting folgen. Der Gruppenerste trifft auf den Zweiten, und wer dieses Duell gewinnt, der hat die Tür in die nächste Runde schon ziemlich weit geöffnet. „Es ist für uns eine tolle Sache, dass wir uns mit einem Team aus einer der besten und bekanntesten Akademien Europas messen dürfen. Wir freuen uns“, versichert Mike Tullberg.

Ajax gilt als eine der größten Talentschmieden der Welt. In Amsterdam wurden spätere Top-Spieler wie Johan Cruyff, Dennis Bergkamp, Marco van Basten, Patrick Kluivert, Danny Blind, Edwin van der Sar oder Rafael van der Vaart ausgebildet. Zwei ihrer jüngsten Vorzeige-Fußballer brachten vor zwei Jahren noch frisches Geld in die Kasse: Frankie de Jong wechselte für 75 Millionen Euro zum FC Barcelona, Mathijs de Ligt für sogar 85 Mio. zu Juventus Turin. Auch im aktuellen Kader sieht Mike Tullberg Talente, die das Zeug für eine große Karriere haben.

Er hat Ajax bis ins kleinste Detail analysiert: „Ihr 4-3-3-System zieht sich wie ein roter Faden durch den Verein und wird von allen Mannschaften praktiziert. Im Ballbesitz sind sie unglaublich stark. Aber defensiv lassen sie schon das eine oder andere zu.“ Was für die Taktik unserer Jungs bedeutet, in der Abwehr kompakt zu arbeiten, Amsterdam vom Strafraum fernzuhalten, den Gegner zu Ballverlusten zu zwingen und ihn mit schnellem Umschaltspiel in Verlegenheit zu stürzen.

Julian Rijkhoff gegen frühere Kollegen

Personell wird sich beim BVB nicht viel ändern. Aus der U23 rückt Abwehrspieler Albin Thaqi in den Kader, der sich im Wesentlichen aus jenen Spielern zusammensetzt, die beim 2:1-Sieg in Bielefeld über 88 Minuten das aus Tullbergs Sicht „beste Saisonspiel“ geboten hatten. Deutlich ausbaufähig war allein die Chancenverwertung. Im „De Toekomst“ wird Bradley Fink wieder von Anfang an stürmen, vermutlich neben Julian Rijkhoff, der im vergangenen Jahr aus der Ajax-Akademie zur Borussia gewechselt ist und sich gegen die Ex-Kollegen von seiner besten Seite präsentieren will.

Eine richtige Waffe in dieser Partie wäre der flinke Jamie Bynoe-Gittens. Doch der Engländer, ein echter Unterschiedsspieler, nimmt nach zweimonatiger Verletzungspause gerade erst das Training auf und wird vielleicht im Rückspiel in 14 Tagen (3. November, 15.30 Uhr) eine Alternative als Einwechselspieler sein. Dazu fehlt mit Lion Semic, der an einem Muskelfaserriss im Oberschenkel laboriert, der Tempomacher auf der rechten Seite.

So oder so werden sich die Borussen nicht verstecken. Dazu besteht auch überhaupt kein Grund. Sie haben in dieser Saison 16 Spiele absolviert und noch nicht ein Mal verloren. In der starken Bundesliga-West belegen sie punktgleich mit Spitzenreiter Schalke 04 den zweiten Platz, im DFB Pokal stehen sie in der zweiten Runde, und in der UEFA Youth League befinden sie sich in bester Ausgangsposition. Und das soll so bleiben.

Wilfried Wittke