Sie haben allen Widrigkeiten getrotzt, sich weder von miserablen Platzverhältnissen noch von einem unbequemen Gegner aus der Bahn werfen lassen und sich auch gegen eigene müde Beine erfolgreich gewehrt: Die Jungs um den erst nach gut einer Stunde eingewechselten Kapitän Dennis Lütke-Frie stehen nach dem 3:1-Arbeitssieg beim FC Carl Zeiss Jena im Viertelfinale des DFB-Pokals.

„Wir haben in der ersten Halbzeit versucht, Fußball zu spielen. Aber auf diesem Boden war das nicht möglich“, erklärte Mike Tullberg. Also haben sie im zweiten Durchgang Mittel gewählt, die ihnen eigentlich fremd sind, Kampf und Einsatz, also die eher rustikale Gangart. Am Ende wurden sie belohnt, aber diese Partie hat wieder viel Kraft und Substanz gekostet. „Sie haben ein Jahr praktisch gar nicht gespielt und müssen jetzt Woche für Woche drei Spiele bestreiten. Das geht nicht spurlos an ihnen vorbei“, betont Tullberg. Deshalb fand er nach dem Pokalfight nur lobende Worte: „Wir sind weiterhin in drei Wettbewerben mit besten Chancen dabei. Die Jungs machen das sehr gut.“

In Jena hatte er seinen beiden Vielspielern Dennis Lütke-Frie und Bradley Fink zunächst eine Pause auf der Bank gegönnt, dafür rückten Michel Ludwig und Bekir El-Zein in die Startelf. Tom Rothe kehrte nach auskurierter Verletzung auf die linke defensive Außenbahn zurück. Aber sein Trainingsrückstand war unübersehbar, deshalb wechselte Tullberg ihn nach 39 Minuten aus und Noah Mrosek ein.

Nach der Pause wurde es rustikaler

Bis zur Pause lief wenig zusammen. Die Gastgeber, die in der ersten Runde den FC Schalke 04 ausgeschaltet hatten, verteidigten mit Mann und Maus, lauerten auf Fehler der Borussen, um sich mit Konterattacken Entlastung zu verschaffen. In der Halbzeit nahm Tullberg einige Korrekturen vor, und die dann deutlich robustere Herangehensweise der Schwarzgelben drückte sich in einer noch größeren Dominanz aus.

Aus dem Gewühl heraus traf Julian Rijkhoff, unterstützt von Jenas David Thoma, zum 1:0 in der 53. Minute. Wie aus dem Nichts und verursacht durch Fehlschaltungen in der Abwehr fiel wenig später der Ausgleichstreffer durch Elias Rosner. „Eine ganz kuriose Situation“, befand Tullberg. Doch der BVB schüttelte sich nur kurz. Der in der 57. Minute eingewechselte Bradley Fink veredelte nach Zuspiel von Göktan Gürpüz eine spektakuläre Einzelleistung mit dem 2:1-Führungstreffer (72.), und in der letzten Minute der Nachspielzeit setzte der Schweizer mit einem verwandelten Elfmeter den Schlusspunkt.

Es warten interessante Gegner

„Es ging allein um das Weiterkommen, die Mannschaft hat diesen Auftrag erfüllt“, resümierte Mike Tullberg. Sie steht im Viertelfinale des DFB-Pokals. Mögliche Gegner in dieser Runde sind der SC Freiburg, Hannover 96, Bayern München, Fortuna Düsseldorf, Hertha BSC, VfB Stuttgart und RB Leipzig. Das Viertelfinale soll noch im Dezember ausgespielt werden.

BVB: Ostrzinski – Cisse, Collins, Kleine-Bekel, Rothe (39. Mrosek) – Walz – Bamba, Ludwig (65. Lütke-Frie), Gürpüz (83. Mengot), El-Zein – Rijkhoff (57. Fink).

(wiwi)