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U19

Trainer

Mike Tullberg

Als Lars Ricken und Edwin Boekamp anfragten, ob er sich vorstellen könne, die U19 zu übernehmen, brauchte Mike Tullberg nicht lange zu überlegen. „Ich komme mit den Jungs in dieser Altersgruppe sehr gut klar und will ihnen helfen, ihren Traum vom Profi-Fußball zu erfüllen“, sagt der Fußball-Lehrer. Borussias Nachwuchs-Chefs waren angetan von Tullbergs akribischem Wirken im vergangenen Jahr bei der U23 - und der Überzeugung, dass er seine Ausbildungs-Qualitäten noch effektiver im älteren Junioren-Jahrgang einbringen würde. „Er findet einen guten Draht zu den Spielern, Mike zeigt, dass er Talente weiterentwickeln will und kann“, sagt Edwin Boekamp.

Dass er dafür ein Händchen hat, bewies Tullberg bereits bei RW Oberhausen und dem dänischen Klub Aarhus GF. Nachdem er wegen vieler Verletzungen seine Profi-Laufbahn im Mai 2012 hatte beenden müssen, übernahm er in der Saison 2014/15 als damals jüngster Trainer in der A-Junioren Bundesliga West den Nachwuchs von Rot-Weiß Oberhausen. „Ich durfte mich richtig austoben und auch Fehler machen“, erinnert er sich an seine ersten Jahre als Mannschafts-Verantwortlicher. Zu seinen schönsten Erlebnissen gehörte in der Saison 2016/17 der 1:0-Auswärtssieg am 25. Spieltag beim Top-Favoriten Borussia Dortmund, mit dem sich RWO auch den Klassenerhalt sicherte. Der BVB wurde übrigens danach Deutscher Meister…

Trotz seiner jungen Jahre – er feiert am 25. Dezember 2020 seinen 35. Geburtstag – kann Mike auf eine spannende Vita zurückblicken. Mit 15 Jahren verließ er sein Elternhaus, um im Fußball Karriere zu machen. Über Akademisk Boldklub, Farum BK, Randers Freja und Grenaa IF kam er als Profi zum dänischen Traditionsklub Aarhus GF. 2007 wechselte er für eine Ablösesumm von 1,3 Millionen Euro in die italienische Serie A zu Reggina Calcio.

„Die Uhren in Reggina tickten anders“

„Das war eine brutale Umstellung, in Reggina haben die Uhren einfach anders getickt“,  blickt er mit einem Lächeln zurück und berichtet über seinen Einstand, als er mit Reggina-Star Nicola Amuroso zusammentraf: „In meinem ersten Training habe ich ihn erst einmal weggegrätscht. Das Training wurde sofort für längere Zeit unterbrochen. Der Trainer hat mir deutlich zu verstehen gegeben, dass man Amuroso weder weggrätschen noch überhaupt in einen Zweikampf mit ihm gehen darf.“ Dabei, schmunzelt er, sei er als Spieler doch „über Kampf und Leidenschaft gekommen“.

Diese Tugenden waren in Italien indes weniger gefragt. Reggina stieg trotz mehrerer Trainerwechsel ab, und der Verein lieh seinen Dänen an den schottischen Verein Heart of Midlothian aus. „Der Fußball auf der Insel hat besser zu mir gepasst. Und die Menschen da waren überragend,“ betont er. Doch erneut stoppten ihn komplizierte Muskelverletzungen, und nach nur einem Jahr musste er das Kapitel schließen. Aus Edinburgh ging es dann nach Oberhausen.

Ein „Kulturschock“ in Oberhausen

Für Mike Tullberg zunächst ein „Kulturschock“, aber die familiäre Atmosphäre in der Mannschaft und im Verein machten ihm das Einleben leicht. Eine Episode gibt er stets gern zum Besten: „Bei einer der ersten Trainingseinheiten schaute der damalige sportliche Leiter Hans-Günter Bruns zu. Alle Spieler gingen dann zu ihm und haben ihn begrüßt. Wie sich herausstellte, war offenbar nur ich der einzige, der nicht 'Hallo Herr Bruns', sondern 'Hallo Günter' gesagt hat. Er meinte dann: 'Es heißt nicht Günter, es heißt Herr Bruns.' Ich antwortete ihm: 'Alles klar, Günter.' Bei uns in Dänemark ist es einfach komplett normal, dass man sich duzt. Darüber lachen wir heute noch.“

Fußballerisch fand er auch bei den „Kleeblättern“ nicht sein Glück. Eine schwere Blessur reihte sich an die nächste, 2012 beschloss er, die Schuhe an den Nagel zu hängen und sich im Trainergeschäft zu behaupten. Der erste Weg führte ihn zum Essener Kreisligisten SG Schönebeck. Nach einjährigem Schnupperkurs übernahm er die U19 von RW Oberhausen und versichert: „Ich war dem Verein sehr dankbar, dass er mir die Chance gab, mit den Jugendlichen zu arbeiten.“ Als Aarhus IF anklopfte und ihn für die U19 verpflichten wollte, entschied er sich zur Rückkehr nach Dänemark, weil er dort auch seinen Fußball-Lehrer Schein erwerben wollte.

Von Vendsyssel IF zu Borussia Dortmund

Von Aarhus zog er weiter zum Erstligisten Vendsyssel FF, bei dem er als Co-Trainer arbeitete, bevor ihn Ingo Preuß, Borussias sportlicher U23-Leiter , nach Dortmund lotste. Kontakte zum BVB, speziell zu Preuß, bestanden seit längerer Zeit, und man hatte sich nie aus den Augen verloren. Trotz mancher Widrigkeiten führte Tullberg die U23 in seinem ersten Jahr ins obere Tabellendrittel und trug Verantwortung dafür, dass sich einige Spieler fußballerisch deutlich verbessert hatten.

Jetzt packt er entschlossen die spannende Herausforderung bei der U19 an. Mit gleich zwei Aufträgen. Die da heißen, Talente an die Bundesliga heranzuführen und gleichzeitig als Mannschaft Erfolg zu haben. Bei Mike Tullberg liegen diese Aufgaben in guten Händen.

(wiwi)

 

Spielerstationen

Bis 2003: Akademis Boldklub

Farum BK

Randers Freja

2003 – 2005: Grenaa IF

2006 – 2007: Aarhus GF

2007 – 2009: Reggina Calcio

2008 – 2009: Heart of Midlothian (Leihe)

2009 – 2012: RW Oberhausen

 

Trainer-Stationen

2012 – 2013: SG Schönebeck(Co-Trainer)

2014 – 2017: RW Oberhausen U19

2017 – 2018: Aarhus GF U19

2018 – 2019: Vendsyssel (Co-Trainer)

Seit 2019 Borussia Dortmund

Co-Trainer: Daniel Rios - Torwarttrainer: Michael Strzys - Betreuer: Rüdiger Grabe

Trainerteam